dECOnhealth – Bedarfsgerechte Lüftung in Gesundheitszentren

  dECOnhealth

Der Gebäudebestand in der EU hat einen Umfang von mehreren Milliarden Quadratmetern und gehört zu den energieintensivsten Sektoren, der etwa 40 % unseres Endenergiebedarfs darstellt. Der Gebäudesektor hat auch das größte Potenzial für Energieeinsparungen, da Schätzungen zufolge bis zu 75 % der Gebäude energieineffizient sind.

Krankenhäuser oder Gesundheitszentren haben einen besonders hohen Energiebedarf und daher besteht eine erhebliche Notwendigkeit an Energiesparmaßnahmen in diesem Gebäudesektor. Im Krankenhausumfeld müssen die Energieeinsparungen jedoch besonders sorgfältig durchgeführt werden, um die Sicherheit und den Komfort von Patienten, Personal und Besuchern nicht zu beeinträchtigen.

Ziel des Forschungsprojekts dECOnhealth ist es, praktikable Methoden und Regelungsstrategien für die bedarfsgerechte Lüftung im Krankenhausumfeld zu entwickeln und das Energieeinsparpotenzial der Konzepte zu untersuchen. Bedarfsgerechte Lüftung wird allgemein als eine der wichtigsten Methoden zur Reduzierung des Energieverbrauchs von Gebäuden und zur Aufrechterhaltung einer angenehmen Raumluftqualität und thermischen Umgebung anerkannt. Es ist bekannt, dass bedarfsgerechte Lüftung für Räume mit unterschiedlichen Auslastungsgraden geeignet ist, aber die Eignung für Krankenhäuser ist noch nicht umfassend untersucht worden. In Krankenhäusern müssen die angewandten Methoden im Betrieb robust sein, um die Anforderungen auch in kritischen Umgebungen zu gewährleisten. So sind beispielsweise die Einhaltung hygienischer Zielwerte und die Sicherstellung einer gezielten Verteilung sauberer Zuluft entscheidende Voraussetzungen, um die Infektion per Aerosolen in Operationssälen zu verhindern.

Die im ersten Projektabschnitt theoretisch entwickelten Konzepte zur bedarfsgerechten Lüftung werden in diesem bilateralen Vorhaben in der Uniklinik RWTH Aachen auf deutscher und im Helsinki University Hospital auf finnischer Seite in einem Feldtest erprobt und mittels eines Energiemonitorings quantitativ dokumentiert.

Zu den angewandten Forschungsmethoden gehören Literaturrecherche, Befragungen des Krankenhauspersonals, Gebäudesimulationen, Erfassung des tatsächlichen Energieverbrauchs, Laborversuche im Original-Maßstab und ein Pilot-Feldversuch. In einem ersten Schritt erfolgt die Analyse des Standes der Technik hinsichtlich bedarfsgerechter Lüftung, angewandter Lüftungskonzepte und Regelstrategien, thermischer Behaglichkeit und Energieverbrauch in Krankenhäusern sowie der rechtlichen Rahmenbedingungen des jeweiligen Landes. Anschließend wird das Energieeinsparpotenzial mit Hilfe von Gebäudesimulationen bewertet. Die Simulationsergebnisse werden in Fallstudien und Feldtests mit dem tatsächlichen Energieverbrauch verglichen. Auf Basis der Simulationsdaten werden neue Regelstrategien für bedarfsgerechte Lüftung entwickelt. Die Wirksamkeit dieser Strategien (im Hinblick auf die Aufrechterhaltung einer guten Raumluftqualität und des thermischen Komforts) wird in Laborexperimenten und möglicherweise in Pilot-Feldtests in Krankenhäusern getestet. Die Ergebnisse werden an die identifizierten Zielgruppen weitergegeben und in Form von Empfehlungen an die Rechtsorgane wie den EN-Ausschuss und die nationalen Gremien SFS und DIN weitergeleitet.