Smart Metering in Private Households: Developments in Germany

  Gründe für Stromnetzbetreiber in Deutschland zur Behandlung von intelligenten Messkonzepten (Quelle: FCN/LUM, RWTH Aachen University) Gründe für Stromnetzbetreiber in Deutschland zur Behandlung von intelligenten Messkonzepten (Quelle: FCN/LUM, RWTH Aachen University)

In diesem Projekt haben wir bisher die Entwicklungen auf dem Markt zur intelligenten Energiemessung in Deutschland mit einer Internetumfrage untersucht. Diese Umfrage wurde 2008 durchgeführt, in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Unternehmenspolitik und Marketing der RWTH Aachen (Univ.-Prof. Dr. Hartwig Steffenhagen). Ein anderer Teil dieser explorativen Analyse umfasst Wohnkonzepte zur intelligenten Energiemessung und Nutzungszeitkoeffizienten (time-of-use rates), die in den letzten Jahren in Deutschland und anderswo in Europa angewandt wurden. Die effiziente Verwaltung bzw. Leitung der Energienachfrage dieses Sektors, nimmt daher eine wichtige Rolle bei der Verringerung von Treibhausgasemissionen und der Versorgungssicherheit ein.

Im Jahr 2006 entfielen 28,9 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland auf den Energieverbrauch der privaten Haushalte. Eine wesentliche Herausforderung in diesem Zusammenhang ist, dass die Energienutzung und die damit verbundenen Preise für die Nutzer meistens „unsichtbar sind“. Die meisten Menschen haben nur eine vage Vorstellung davon wie viel Energie notwendig ist, um einen bestimmten Energieservice bereitstellen zu können, und davon, wie sich der Energieverbrauch und die gesamten Kosten reduzieren würden, wenn das Nutzerverhalten geändert und in Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung investiert werden würden. Echtzeit Feedback für den Energieverbraucher macht Energieverbrauch sichtbar und wäre leichter zu kontrollieren, wodurch die Preiselastizität der Nachfrage gesteigert wird. Dieses Feedback kann sowohl tarifgebunden und nicht tarifgebunden ausformuliert werden. Tarifbasierte Ansätze liefern in der Regel über Preise Anreize für den Verbraucher neue und energiesparende Anlagen zu installieren, oder Verhaltensmuster zu ändern. Nicht tarifgebundene Ansätze werden dazu eingesetzt, das Nutzerverhalten erzieherisch und mit finanzieller Unterstützung zu verändern.

Frühere Studien, die die Bereitstellung von Feedback für private Haushalte über deren Energieverbrauch untersucht haben, zeigen, dass es möglich ist, den Verbrauch um 5-15% zu senken. Demnach ist Smart Metering ein vielversprechendes Werkzeug, ein höheres Maß an Transparenz im Energieverbrauch der Haushalte zu bewirken und den Verbraucher mit direktem Feedback zu versorgen, was im Gegenzug zu kosteffizienten Energieeinsparungen führt. Diese Einsparungen können direkter oder indirekter Art sein, was bedeutet, dass die Verschiebung der Spitzenlastzeiten oder die Neuverteilung des Strombedarfs gleichmäßig über den Tag (TOU Raten usw.) möglicherweise die Anforderungen an die Energieinfrastruktur reduzieren können. Viele Ausprägungen dieser Nachfragesteuerung sind jedoch nicht vereinbar mit den gebräuchlichen Messmethoden und Abrechnungssystemen.

In Hackbarth et al. (2009) haben wir über das Design und die Ergebnisse einer Umfrage berichtet, die darauf ausgelegt war, die Feedbackmechanismen, insbesondere Smart Metering Konzepte, zu identifizieren, die derzeit angewandt oder deren Einführung in Deutschland von den Versorgungsunternehmen geplant ist. Die Ergebnisse dieser Marktumfrage zeigen die aktuellen Entwicklungen im Smart Metering Markt in Deutschland und die Wahrnehmung durch die Versorger. Sie bilden daher die Basis für eine gezielte und tiefergehende Analyse der (erwarteten) Effektivität und Effizienz spezifischer Smart Metering Konzepte für den deutschen Strommarkt für private Haushalte und der Vorzüge, die Versorgungsunternehmen aus der neuen Technologie und den neuen Geschäftsmodellen ziehen könnten.

In unseren weiterführenden Forschungsarbeiten, werden wir uns im Hinblick auf vier Fragestellungen auf die verschieden Smart Metering Konzepte und Tarife konzentrieren: (1) Welcher tarifbasierte oder nicht tarifbasierte Ansatz ist fähig den Energiebedarf privater Haushalte möglichst kosteneffizient zu reduzieren? (2) Wie einfach können diese Entwürfe implementiert werden und wie werden sie von dem Nutzer angenommen? (3) Wie sollten die Kosten und die Vorzüge eines jeden Ansatzes auf die beteiligten Verbraucher und Versorger aufgeteilt werden? (4) Was sind die Zukunftsaussichten für Smart Metering Geräte und Services?

Projektpublikationen

Hackbarth A., Madlener R., Reiss J., Steffenhagen H. (2008). Smart Metering bei Haushaltskunden - Stand der Entwicklungen in Deutschland, Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 58. Jg., Heft 11 (November), S. 70-73.

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Reinhard Madlener

Institutsleiter FCN

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