Energy Consumption Patterns of an Aging Population

 

Projektlaufzeit: 12/2007 - 10/2009

  Durchschnittlicher Stromverbrauch nach Altersgruppen, Haushaltsgröße und Tageszeit, 1- und 2-Personenhaushalte in der Schweiz, 2005 (Quelle: Tomm, 2009) Durchschnittlicher Stromverbrauch nach Altersgruppen, Haushaltsgröße und Tageszeit, 1- und 2-Personenhaushalte in der Schweiz, 2005 (Quelle: Tomm, 2009)

Unter dieser Überschrift berichten wir über zwei Studien im Jahr 2009, die über die Energieverbrauchsmuster alternder privater Haushalte durchgeführt wurden. Eine erste Studie konzentriert sich auf die Wohn-Energie-Nachfrage in Deutschland mit besonderem Schwerpunkt auf den Strukturwandel durch einen zunehmenden Anteil älterer Menschen. In einer zweiten Studie haben wir empirisch den Wohn-Haushaltssektor in der Schweiz untersucht, wieder mit einem besonderen Fokus auf die Unterschiede in den Gerätebeständen und Energieverbrauchsmustern zwischen jüngeren und älteren Haushaltsmitgliedern.

1 . Wohnenergienachfrage in Deutschland: Trends und Strukturwandel

Im Jahr 2006 lag der Primärenergieverbrauch in Deutschland bei 14.588 Petajoule (PJ 1 = 1015 J). Über 30% dieses Verbrauchs kann dem Wohnenergiebedarf zugeschrieben werden. Die Zusammensetzung des Verbrauchs wurde bereits näher analysiert und es konnten verschiedene Modelle zur Abschätzung zukünftiger Wohnenergiebedarfe entwickelt werden. Allerdings gibt es nur wenige Studien, die den gegenwärtigen und zukünftigen Energieverbrauch älterer Menschen analysieren. Als Folge des Strukturwandels in Deutschland, wird sich der Anteil der Menschen die älter als 60 Jahre werden von 24,9 % in 2005 auf 37% im Jahr 2030 erhöhen. Ältere Menschen haben, als Folge eines weniger aktiven Lebensstils, einen geringeren Energiebedarf an Haushaltsgeräten und zur Warmwasseraufbereitung. Doch ältere Menschen haben einen höheren Energiebedarf für Raumwärme, da sie häufig ältere Häuser zu besitzen, denen eine ausreichende Wärmedämmung fehlt. Außerdem haben sie eine höhere Nachfrage nach wärmeren Umgebungstemperaturen, um sich wohl zu fühlen, und sind öfters zu Hause. Da 76% des Wohn-Energiebedarfs für die Raumwärme erforderlich ist, können die größten Energieeinsparungen mit einem energieeffizienten Gebäudebestand erreicht werden. Die anspruchsvollen Ziele der Bundesregierung zur Reduzierung des Gesamtenergieverbrauchs um 20% bis 2020 können nur mit großen Anstrengungen im Gebäudebestand erreicht werden. Anreize für die ältere Bevölkerung müssen geschaffen werden, um die relativ langen Amortisationszeiten bei Investitionen in energieeffiziente Technologien zu ermöglichen.

2 . Stromverbrauch in Schweizer Haushalten: empirische Untersuchung der VSE / GfK-Studie 2005

Der Wohnhaussektor ist mit einem Anteil von 253.880 TJ (29,2 %) am Gesamtenergieverbrauch nach dem Transportsektor die zweit energieintensivste Branche in der Schweiz. Die vorhandene Literatur zum Strombedarf im Wohnsektor konzentriert sich vor allem auf den Einfluss der Energiepreise und des Haushaltseinkommens. Im Gegensatz dazu werden andere Haushaltsmerkmale, wie demografische, wirtschaftliche und Ausstattungsmerkmale oft durch einen Mangel an Daten vernachlässigt.

In Anbetracht der erheblichen gesellschaftlichen Entwicklungen, wie Überalterung der Bevölkerung und der Trend zu Single- und Zwei-Personen- Haushalten, untersuchen wir den Einfluss des Alterns der Bevölkerung auf den Stromverbrauch, den Gerätebestand und das Konsumverhalten, mit Hilfe eines umfangreichen Datensatzes für die Schweiz und ökonometrischen Schätzverfahren. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl jüngere als auch ältere Menschen etwa die gleiche Menge an Strom verbrauchen. Allerdings ist der Stromverbrauch in beiden Altersgruppen unterschiedlich zusammengesetzt. Während ältere Menschen ihre bestehenden Geräte intensiv nutzen, neigen jüngere Menschen dazu eine große Anzahl und Vielfalt an Geräten zu besitzen, aber diese in der Regel weniger intensiv zu nutzen (siehe Abbildungen 1 und 2).

Künftige politische Informationskampagnen zur Erhöhung einer rationalen Energienutzung sollten diese Tatsachen und Maßnahmen den Energieverbrauch beider Gruppen anpassen. Eine Maßnahme, um den wachsenden Stromverbrauch von Home-Office- und Entertainment-Geräten in absoluten Zahlen zu begrenzen, ist die Einführung verbindlicher Energieeffizienz-Standards, wie sie vor kurzem europaweit durch eine EG-Verordnung für den Stand-by-Verbrauch von bestimmten Geräten eingeführt wurde (CEC 2008).

Projektpublikationen

Madlener R., Tomm V. (2010). Electricity Consumption of an Ageing Society: Empirical Evidence from a Swiss Household Survey, FCN Working Paper No. 24/2010, Institute for Future Energy Consumer Needs and Behavior, RWTH Aachen University, December.

Abschlussarbeiten

Tomm V. (2009). Stromverbrauch in Schweizer Haushalten: Empirische Auswertung der VSE/GfK-Umfrage von 2005 (Electricity Consumption in Swiss Households: Empirical Investigation of the VSE/GfK Survey 2005; in German), Study thesis, Chair of Energy Economics and Management, Faculty of Business and Economics, RWTH Aachen University.

Weber M. (2008). Residential Energy Demand in Germany: Trends and Structural Change, Studienarbeit, Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften, insb. Energieökonomik, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, RWTH Aachen University.

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Reinhard Madlener

Institutsleiter FCN

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